Familie Deimann

Im Jahr 1917 kaufte Schulrektor Theodor Deimann (*24. Oktober 1859 in Sümmern, +1. Dezember 1942 in Winkhausen) von der Erbengemeinschaft Hilsmann das Gutshof-Anwesen in Winkhausen, auf dem heute das Romantik- und Wellnesshotel Deimann steht. Theodor Deimann, dessen Vater bereits als Gastwirt tätig war, ließ sich 1918 pensionieren und entwickelte fortan zusammen mit seiner Frau Elisabeth (*22. April 1860 in Brilon, +22. November 1928 in Winkhausen) und seinen neun Kindern das Anwesen in Winkhausen. Mit Hilfe von Verwaltern betrieben sie die Land- und Forstwirtschaft sowie den reaktivierten Steinbruch. Jedes freie und renovierte Zimmer wurde an Gäste, die man vor dem Krieg Sommerfrischler nannte, vermietet.

Die Söhne Wilhelm und Paul Deimann waren im öffentlichen Dienst tätig. Dr. Phil. Wilhelm heiratete Änne Hegemann und wurde später Biograph des bekannten Heidedichters Hermann Löns. Dr. Paul Deimann war Lebensmitteleinkäufer für die Stadt Hohenlimburg und entwickelte parallel dazu die Winkhauser Sägemühle zum Holzhandelsunternehmen. Die Hofstellen Hermes und Mertens wurden dem Sägewerksgelände des wachsenden Holzhandelsbetriebes angegliedert. Für  Mertens bauten die Deimanns einen neuen Hof an der Straße nach Niedersorpe, die heutige Tischlerei Mertens. Paul heiratete seine Nachbarin Maria Mertens.

Josef Deimann musste seine Ausbildung zum Maschinenbauingenieur abbrechen und wurde zum Ökonomie-Studium nach Münster geschickt. Er kam zurück nach Winkhausen, kümmerte sich gemeinsam mit seinen Eltern und seiner ledigen Schwester Anna um die Posthalterei, die Land- und Forstwirtschaft sowie den Steinbruchbetrieb.

Der jüngste Sohn, Dr. Theo Deimann, wurde Steuerberater in Schmallenberg, die Zwillingstöchter Sophie (unverheiratete Gewerbeoberlehrerin) und Lissi (verheiratete Söding), die Töchter Käthe (verheiratete Gerke) und Mize (verheiratete Salzner) halfen zum Teil mit ihren Familien das Anwesen wieder zu einem Gasthof zu entwickeln. Sie nutzten später das am Wilzenberg 1927 neu erbaute Schweizerhaus als Feriendomizil. Die Familien Söding und Salzner bauten selbst Ferienhäuser in Winkhausen.

1927 wurde das alte, 1714 erbaute Bauernhaus abgerissen und das Wirtschaftsgebäude um einen markanten Turm mit Durchfahrt erweitert. Die durch den Abriss des Bauernhauses entstandene Lücke zwischen dem neuen Turm und der Molkerei, die mit dem Schafstall an der Straße eine Einheit bildete (inzwischen abgerissen), wurde mit einem 33 m langen Remisen-Garagen-Gebäude geschlossen. So entstand ein prächtiger Innenhof.

1932 erhielt Josef Deimann (genannt Sef), der sich zu einem beliebten Gastwirt entwickelt hatte, zunächst eine Teilkonzession und dann 1933 die volle Konzession zum Betrieb einer Gaststätte. Gemeinsam mit seiner Schwester Ann (liebevoll Tante Anna genannt), die eine wunderbare Köchin war, gelang es ihm schon bald, Deimanns "Gasthof zum Wilzenberg" zu einem beliebten Ausflugsziel zu machen. In Winkhausen wurden Arbeitsdienstlager für etwa 80 Arbeitsmaiden und rund 300 Männer eingerichtet, was dazu führte, das in Winkhausen mehr Leben einkehrte und viele junge Leute aus der ganzen Umgebung sich an den Wochenenden in Deimanns Saal trafen, wo der elektrische Flügel zum Tanz aufspielte. Tante Annas Kochkünste und die gemütliche Atmosphäre des jungen Gasthofs lockten zunehmend auch wieder Sommerfrischler nach Winkhausen.

1939 heiratete der inzwischen 41jährige Sef (*24. März 1898 in Brilon, +29. Janur 1960 in Schwerte) die vom Hof Siebert aus Selkentrop stammende Änne (*2. Juni 1912 in Selkentrop, +27. Januar 1988 in Olpe). Ännes Bruder, Josef Siebert, war bereits seit 1935 Pächter der Deimann‘schen Landwirtschaft.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden in den ehemaligen Arbeitsdienstlagern Flüchtlinge untergebracht. In den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit kamen die Stammgäste dennoch gerne, um sich an den manchmal auch improvisiert zubereiteten Gerichten zu laben. Langsam aber stetig entwickelten Sef, Änne und Tante Anna Deimann den "Gasthof zum Wilzenberg" zu einem beliebten Feriendomizil mit 25 Betten.

Die ältesten Brüder von Änne Deimann, Theo und Josef Siebert, galten als vermisste Soldaten. Der an den zweitgeborenen Josef Siebert verpachtete "Deimanns Hof" sollte, so lange noch Hoffnung auf Heimkehr bestand, nicht fremd verpachtet werden. Den landwirtschaftlichen Betrieb führten zunächst seine Schwester Maria Siebert und dann seine Schwester Johanna Siebert, jeweils bis zu Ihrer Heirat mit den Holthauser Bauern Franz Belke und Josef Schmitte weiter. Nach offiziellen Todesbestätigung der Siebert-Brüder pachtete 1950 Hubert Grobbel aus Obringhausen den Hof. Als Familie Grobbel aus Gesundheitsgründen die Pachtung aufgeben musste, ließ Josef Deimann etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche einpflanzen und verpachtete dann 1957 an Anton Fabri die noch verbleibenden rund 20 ha Boden. Hintergrund der Verkleinerung des landwirtschaftlichen Betriebes war die Befürchtung, dass eine Ausweitung der Wirtschaftsgebäude negative Auswirkungen auf den Gastbetrieb haben könne. Im und über dem ehemaligen Schweinestall wurde eine neue Pächterwohnung ausgebaut, damit die Pächterwohnung im nördlichen Anbau des Haupthauses für den Gasthof nutzbar gemacht werden konnte.

1960 verstarb Sef Deimann überraschend nach einer Magenoperation in Schwerte. Seine 48-jährige Frau Änne entschloss sich mutig, unterstützt von ihrer Schwägerin Anna, der am 14. November 1941 in Schmallenberg geborenen Tochter Annemarie, mit dem am 13. Juni 1943 in Schmallenberg geborenen Sohn Theo und dem am 22. Januar 1947 in Fredeburg geborenen Sohn Paul (Zahnarzt in Mainz) den Gasthof weiterzuführen. Theo befand sich in der Kochlehre auf dem "Astenturm" und wurde häufig von seinem Lehrherrn Herbert Dölling frei gestellt, um seine Mutter unterstützen zu können.

1961 wurde im Herbst für das gesamte Hofgrundstück ein neues Abwassersystem mit zentraler Kläranlage gebaut.

1962 trat Sohn Theo, nachdem er eine kaufmännische Schule und eine Kochausbildung absolviert hatte, in den Betrieb ein. Noch im gleichen Jahr ließ er das Erdgeschoss des Gasthofes mit allen Gast- und Wirtschaftsräumen völlig umbauen und zeitgemäß gestalten.

1967 entstanden aus dem Remisengebäude, in dem in den Kriegsjahren vier notdürftige Wohnungen ausgebaut worden waren, Garagen und Gästezimmer. Am Haupthaus wurden im gleichen Jahr Terrassen angebaut. Hofraum, Garten und Parkplätze wurden ebenfalls neu angelegt.

1969 heiratete Theo die von einem Bauernhof in Lavesum bei Haltern stammende Wirtschafterin Sophie Thiäner (geb. am 12. Februar 1946 in Lavesum). Das junge Ehepaar übernahm 1971 das Anwesen eigenverantwortlich. Um die Chance zu bekommen, den inzwischen sehr störenden Sägewerksbetrieb, den Dr. Pauls Sohn Hubertus führte, auszusiedeln, erschloss Theo 1970 "Auf’m Kampe" ein Baugebiet mit 40 Bauplätzen. Wegen mangelnder Bereitschaft der Gemeinde Oberkirchen wurden alle Erschließungsmaßnahmen wie Planung, außerbehördliche Umlegung, Wasser- und Stromversorgung, Abwasserleitungs-, Kläranlagen- und Straßenbau bis hin zur Straßenbeleuchtung in Eigenregie durchgeführt. Vetter Hubertus errichtete dort sofort Ferienbungalows und Theo baute 1971/72 drei Häuser, eines davon als Altersruhesitz für seine Mutter Änne, die hier liebevoll ihre Enkel (Andreas, geboren am 28. März 1970, Jochen, geboren am 1. Mai 1971 und Eva-Maria, geboren am 3. Mai 1980) aus dem Hotel betreute.

1973 benannten Deimanns den Gasthof in "Hotel Deimann zum Wilzenberg" um.

1975 verließen die letzten Pächter des eigenständigen Landwirtschaftsbetriebs, Familie Rauer, den Gutshof. Im Innenhof fand eine interessante Versteigerung des gesamten landwirtschaftlichen Inventars statt.

1976 entstanden aus den landwirtschaftlichen Gebäuden Ferienwohnungen und Hotelzimmer. Der 1933 erbauten Kuhstall wurde in ein Hallenbad umgebaut. Am Stammhaus wurde ein Verbindungsbau zu den ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden mit neuem Hoteleingang, Treppenhaus und Lift erreichtet.

1977 entschied Theo Deimann den bereits auf dem Lascheid (Grube unter Golf-Bahn 1) ausgeschachteten Stall nicht zu bauen. Er hatte zuvor mit der damals modernen extensiven Grünlandnutzung schlechte Erfahrungen gemacht. Es traf sich dann gut, dass der Stammgast, Dr. med. Schröder aus Lüdinghausen, empfahl, auf den Agrarflächen einen Golfplatz zu bauen. Sofort ließ Theo Deimann das Gelände und die Möglichkeiten eines Baus prüfen. Unermüdlich kämpfte er dann im größeren Umfeld für die Realisierung des Golf-Projektes.

1978 wurde der Sägewerksbetrieb ausgesiedelt. Theo Deimann erwarb von seinem Vetter Hubertus die Sägehalle, das Teichhäuschen, welches nach dem Krieg die erste Schreinerei beherbergt hatte und die angrenzenden Teich- und Waldgrundstücke. Das zweite, als Zimmerei- und Schreinereibetrieb errichtete Gebäude, wurde von der Familie Föster erworben und zum "Ferienhaus Sorpetal" ausgebaut.

1978 ließ Theo Deimann einen Verbindungstrakt zwischen Hotel und Sägehalle mit Wäscherei im Kellergeschoss, neuer Küche und neuem Hausgästespeiseraum im Erdgeschoss sowie vier Hotelzimmern im 1. Obergeschoss bauen. Anschließend wurde im Massivteil der Sägehalle eine medizinische Bade- und Massageabteilung errichtet. Die übrige Sägehalle wurde zunächst als Sammelgarage genutzt.

1981 wurde im Knollen eine gemütliche Waldhütte mit davor liegendem Grillplatz errichtet, weil die Grillhütte auf dem Lascheid dem Golfplatz weichen sollte.

1983 erfolgten dann der Abriss der Sägehalle und der Neubau, der heute als "Alte Sägerei" bezeichnet wird mit einem weiteren Speiseraum, 17 großen Hotelzimmern und einer Wohnung im Dachgeschoss. Parallel dazu entstand in den Gewölbekellern des Stammhauses das Lokal "Wilzenkeller" mit Bier-, Weinstube und Kegelbahn.

1984 wurde endlich der Golfclub Schmallenberg e.V. gegründet. Von dem 1977 gefassten Ziel, einen Golfplatz auf dem Lascheid zu errichten, bis zum Baubeginn 1988 war es ein langer, außerordentlich schwerer Weg. 1989 konnten die ersten 9 Golf-Löcher fertig gestellt werden. Familie Deimann baute das Clubhaus mit öffentlicher Gastronomie als Zweigbetrieb auf eigene Rechnung und eröffnete es zeitgleich im Mai 1989 mit dem Platz.

1988 (am 27. Januar) erlag Mutter Änne ihrem Krebsleiden im Krankenhaus Olpe.

1990 kaufte Theo Deimann von der Familie Föster das "Ferienhaus Sorpetal", wodurch dem Hotel weitere acht zur Selbstbewirtschaftung eingerichtete Ferienwohnungen zur Verfügung standen.

1991 erwarb Theo Deimann von seinem Vetter Hubertus die Restgrundstücke des ehemaligen Sägewerks an der Haupt- und Sorpestraße mit Vier-Familienhaus, das dann als Personalhaus genutzt wurde.

1994 wurde mit einem großen Bauvorhaben begonnen. Es entstanden auf 1100 m2 die Vital-Oase mit Sportbereichen, Friseur- und Kosmetiksalons und einer neuen Saunaanlage, der neue Eingangsbereich in der "Alten Sägerei", neue Räume für die medizinische Bade-Massageabteilung, bzw. Physiotherapie, ein Nichtraucher-Hausgästespeiseraum mit vorgelagerter Terrasse sowie ein Mitteltrakt mit 23, vorwiegend sehr großen Komfortzimmern, nachdem hier bis an das ursprüngliche Stammhaus alles bis auf das Erdgeschoss abgerissen worden war. Dieser Bau wurde unter schwersten Bedingungen bei laufendem Hotelbetrieb durchgeführt und Ende 1999 fertig gestellt.

1995 konnte die Erweiterung zum 18-Loch-Golf-Meisterschaftsplatz realisiert werden.

2000 erhielt das "Ferienhaus Sorpetal" im Frühjahr eine neue Südfront mit Dachausbau, wodurch die Wohnungen moderne, größere Schlafräume bekamen.

2001 wurde das Stammhaus aufgestockt. Es entstanden eine komplett aufgesetzte Etage und im Dachgeschoss eine Kosmetikabteilung mit nach Norden vorgelagerter Dachterrasse.

2002 fand eine Sanierung der östlichen Terrasse am Haupthaus statt. Der Holzerker an der Südfront und die südwestlichen Terrassen wurden abgerissen. An der Straßenfront entstanden auf der gesamten Stammhausbreite eine Veranda mit Lärmschutzverglasungen und ein darüber liegender Balkon. An der Südwestseite wurden ein Wintergarten mit Terrassen und darunter liegenden Kellerräumen sowie neuen Eingängen für den Wilzenkeller, die Restauration und die Lieferanten geschaffen.

2003 wurde östlich vom Golfclubhaus ein 6-Loch-Kurzplatz mit Übungseinrichtungen eingeweiht. Golfanfänger, die noch keine Platzerlaubnis haben, können seitdem auf dem Kurzplatz üben und sich am Golfgenuss erfreuen.

2004 werden fünf vorhandene Ferienwohnungen im Gutshoftrakt entkernt und zu der neuen Wellnessabteilung "SPA im Gutshof" ausgebaut.

2005/06 wurde das alte Hallenbad abgerissen und die aktuelle Badelandschaft mit zwei Hallenbecken, einem Solefreibad, einem Garten-Bistro und Bereichen für eine neue Saunalandschaft gebaut.

2007/08 wurde der gesamte Hoftrakt erneuert und um eine bzw. zwei Etagen aufgestockt. Es entstanden 32 neue Zimmer und Suiten. Die ehemaligen Zimmer und Ferienwohnungen im östlichen Hofgebäude wurden dem "SPA im Gutshof" angegliedert.

2009 wurden unter sehr schweren Bedingungen bei laufendem Betrieb die Hotelküche, die Wäscherei und alle damit verbundenen Wirtschaftsbereiche komplett erneuert und z. T. verlegt.

2010/11 entstanden nach dem Abriss des Personalhauses und der alten Garagen ein westlicher Hotelanbau mit einer neuen Hotelhalle, drei Komfortzimmern, einer zweistöckigen Garage mit 56 Stellplätzen und sechs Dreiraum-Suiten. Im Stammhaus wurde neues Bar-Restaurant eingerichtet. Der 1983 erstellte Bettentrakt "Alte Sägerei" wurde entkernt und komplett renoviert, während im Innenhof des alten Gutshofes eine Shopping-Passage entstand.